VOGTLANDSPORTLERIN DER WOCHE: Romy Möbius, Vorsitzende des Auerbacher [nbsp]Cheerleadervereins
Auerbach. Mittwochnachmittag. Der Auerbacher Cheerleaderverein trainiert in der alten Seminarturnhalle. Mittendrin, umringt von den Mädels, Vereinschefin Romy Möbius. „Ich könnte mir mein Leben ohne diesen Sport nicht vorstellen“, bekennt die 31-Jährige. Eigenen Nachwuchs? Ja, den würde sie schon gern haben. Später. Momentan passt das nicht, meint sie und sagt mit einem breiten Lächeln: „Ich habe hier ja 200 Kinder.“
Aus den Teufelinos wurde jetzt der Cheermania e. V. Auerbach. Vor acht Jahren im Oktober begann die Erfolgsgeschichte. „Alles fing mit einer Wette an“, erinnert sich Romy Möbius. „André Glöckner hatte seinerzeit die Rodewischer Teufel als Volleyballverein etabliert. Bei einem gemeinsamen Urlaub in den USA haben wir viele [nbsp]Cheerleader gesehen. Ich fand das total niedlich. Auf dem Rückflug habe ich gewettet: Zum nächsten Heimspiel habt ihr auch [nbsp]Cheerleader dabei“, erzählt sie. Eilig wurden Flyer an den Schulen verteilt. Zum nächsten Spiel feuerten elf Pompons schwenkende Teufelinos die Volleyball-Teufel an. Schon bei einem Au-pair-Aufenthalt in Detroit hatte Romy Möbius erfahren, welch großen gesellschaftlichen Stellenwert Cheerlading in den USA besitzt. Das begeisterte die junge Auerbacherin. Schnell stand für sie fest: „Wir wollten mit den Teufelinos ernsthaft Cheerleading betreiben, über das Klischee Puschel und kurze Röckchen hinaus.
Das ist ein Sport, bei dem ein Mädchen Mädchen sein kann und trotzdem Leistung gefordert ist bei Turn-, Akrobatik- und Tanzelementen.“ Damit traf sie den Nerv der Zeit. Massenhaft meldeten sich Mädchen an, auch erste Jungen. Im Oktober 2003 wurden die Teufelinos ein eigenständiger Verein. Das größte Problem war, Trainer zu finden. „Beim Turnen sprach ich Ellen Blechschmidt an. Sie bekam erst einen Lachkrampf, hat sich dann aber Bücher und Videos reingezogen. Auch Anne Tiepner, die die Choreografien für die Tanz-AG am Pestalozzi-Gymnasium Rodewisch machte, war skeptisch“, erinnert sich Romy Möbius. Heute sind die beiden die Urgesteine im Trainerstab des Vereins. Sternstunden waren die fünf Deutschen Meistertitel, die der Auerbacher Verein 2006 bis 2009 einfuhr, sowie Platz 5 des Jugend-Teams bei der Europameisterschaft 2007. Auftritte im Freizeitpark Plohn, bei der Vogtlandsportgala oder beim Pressefest in Chemnitz trugen ebenso zur Popularität bei.
In Rebesgrün aufgewachsen, hatte Romy Möbius etliche Sportarten ausprobiert: Turnen, Tennis, Volleyball, Fußball. Beim Cheerleading blieb sie hängen. „Die meiste Zeit als Übungsleiterin. Nur anfangs hab ich bei den Seniors und den Lady Devils mitgemacht“, bekennt sie. Ob bei ihrem Studium in Leipzig, wo sie sich Politik, Journalistik und Amerikanistik widmete, oder heute als Büroleiterin des CDU-Landtagsabgeordneten Jürgen Petzold: Kaum ein Tag vergeht ohne Cheerleading. Heute bietet sie Kurse in Schulen an und trainiert die Einsteiger-Teams des Cheermania-Vereins. Nächste Herausforderung ist für die 31-Jährige der Christmas-Cup am 6. Dezember in Plauen. Zusammen mit Jessica März trainiert sie dafür die Pink Linos im Alter von sechs Jahren und jünger. „Wettbewerbe für die ganz Kleinen gibt es nicht viele. Und es macht unheimlich Spaß, mit den Mädels zu arbeiten“, sagt sie.
Bild: Vereinschefin Romy Möbius (hinten) mit den [nbsp]Cheerleadern Stefanie Berger, Emily Friedel und Isabell Jacob (von links). Joachim Thoß